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Gegner der Müllverbrennung im GKV zweifeln aktuelle Messergebnisse an und hoffen auf Erfolg im Klageverfahren Porta Westfalica (mt). Die heimische Bürgerinitiative ruft die Bevölkerung zum sechsten Sternmarsch gegen die Müllverbrennung im Veltheimer Kraftwerk auf. Termin ist Samstag, 2. Februar. Von Dirk Haunhorst Die Bürgerinitiative "Saubere Umwelt ohne Müllverbrennung im GKV" will sich von den jüngsten Berichten über den kaum nachzuweisenden Einfluss der Kraftwerks-Emissionen nicht entmutigen lassen. "Wir zweifeln diese Ergebnisse an", sagt Fritz-Günther Pape, der sich im Beirat der BI vor allem um die technischen Fragen kümmert. Pape verweist im Gespräch mit dem Mindener Tageblatt auf das Emissionskataster des Landesumweltamtes. "Da steht das Kraftwerk mit seinem Schadstoffausstoß immer an erster Stelle."
Wie berichtet, hatte die Fachhochschule Lippe-Höxter Ende Oktober einen Bericht vorgelegt, in dem die Schadstoffkonzentrationen am Messcontainer an der Lüchte in Veltheim festgehalten wurden. Bei der Ergebnispräsentation sagte Professor Dr. Wolfgang Bitter: "An den Messergebnissen lässt sich nicht erkennen, dass hier ein Kraftwerk steht."
Solche Aussagen wecken bei der BI-Vorsitzenden Birgit von Lochow den Sarkasmus. "Vermutlich werden Möllbergen und Veltheim bald Luftkurorte." Die BI hält die bisherigen Messungen für nicht ausreichend und verlangt, dass die Untersuchungen bis zum Spätsommer dieses Jahres weitergeführt werden. "18 Monate Messung wurden uns zugesagt und das soll auch eingehalten werden. Aus drei Monaten, zumal bei ungewöhnlich wenig Betriebsstunden im GKV, kann man keinen Jahresschnitt hochrechnen." Möglicherweise stehe der Messcontainer auch nicht am richtigen Platz, weil die meisten Schadstoffe andernorts herunterkämen. Deshalb müssten weitere und genauere Daten gesammelt werden.
Datensammlung - das ist auch ein Knackpunkt im laufenden Klageverfahren. Hier muss das Oberverwaltungsgericht Münster darüber entscheiden, ob die Genehmigung der Müllverbrennung im GKV rechtmäßig ist. Klägerin ist die BI, Beklagte die Bezirksregierung.
Die Bürgerinitiative verlangt vor allem eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) und außerdem den Einbau moderner Kraftwerksfilter. Da jedoch eine UVP bereits vor Jahren im Vorfeld der Mitverbrennung von Klärschlamm erfolgte, halten die zuständigen Behörden und die GKV-Leitung eine neuerliche UVP für die so genannten "heizwertreichen Abfallfraktionen" für überflüssig.
Die BI sieht das anders und meint, dass bereits die erste UVP nicht in Ordnung war, weil die Sammlung meteorologischer Daten nicht ausreichend gewesen sei. "Man hat einfach die Daten von Hannover-Innenstadt genommen und so getan, als wäre das mit unserer Situation vergleichbar", sagt von Lochow.
Bürgerinitiative dreht den Spieß um Auch die Behauptung, die Autobahn A 2 sei wesentlicher Verursacher für die Schadstoffbelastung der näheren Umgebung, lässt die BI nicht gelten und dreht den Spieß um: "Wenn es eine Vorbelastung durch die Autobahn gibt, dann hätte dies bei der ersten UVP berücksichtigt und die zusätzliche Belastung durch die Verbrennung von Sekundärbrennstoffen im GKV verhindert werden müssen."
Häufig werden auch die Emissionen durch den so genannten "Hausbrand" als Grund für erhöhte Schadstoffmessungen herangezogen. Fritz-Günther Pape hält nichts davon, alles in einen Topf zu werfen. "Wenn ich Holz auf richtige Art und Weise verbrenne, bekomme ich nicht die Krebs erregenden Stoffe wie Schwermetalle, die sich im Kraftwerksstaub befinden."
Pape fordert deshalb moderne Filtertechnik fürs Veltheimer Kraftwerk. Die Kosten dafür lägen im einstelligen Millionenbereich und seien im Verhältnis zu den Eon-Gewinnen eine Kleinigkeit. "Und an technischen Probleme kann das nicht scheitern, denn andere Anlagen habe solche Filter längst." copyright Mindener Tageblatt 2008 |